"Klar sehen und doch hoffen"

Am 8.12.2021 fand die Konferenz des Forums der Bundesarbeitsgemeinschaft "Den Kindern von Tschernobyl" online via Zoom statt. Sie knüpfte an das letzte "analoge" Treffen vom März 2019 in Neuwied an. Damals hatten die Teilnehmenden die "Tschernobyl-Charta" aus dem Jahr 1998 vor Augen. Dort ist davon die Rede, die Wahrheit zu sagen, das Selbstverständliche zu tun, Brücken zu bauen, Partner zu werden, sich zu vernetzen, für die Würde und die Grundrechte der Menschen einzutreten sowie der Gewalt zu widerstehen.

Heute gefragt: Was bleibt davon? Pandemie und brutale Diktatur in Belarus haben schon im zweiten Jahr die Begegnungen mit den Kindern von Tschernobyl und alle Formen der Hilfe verunmöglicht. Das wird auch kommendes Jahr so sein. Und die Frage nagt, ob es irgendwann nach der Pandemie je wieder so werden wird, wie es einmal war...

"Klar sehen und doch hoffen": Die Überschrift zur Videokonferenz (einem Buchtitel von Friedrich Schorlemmer entnommen) lud ein, die Realität wahrzunehmen und sich nichts vorzumachen. Zugleich sollte versucht werden, sich die Kraft zum Handeln zu bewahren und mit langem Atem weiterzumachen. Genau das scheint in einer dichten und guten Kommunikation gelungen zu sein.

Die Statements von Irina Gruschewaja und von VertreterInnen der Belarusischen Gemeinschaft RAZAM beschrieben die Situation zutreffend und benannten Perspektiven für die Weiterarbeit. So kamen beispielsweise Hilfen für politische Gefangene in Belarus, Hilfen für die Kinder von durch Repression Betroffenen und Hilfen für solche Kinder von Tschernobyl, die jetzt im Exil leben müssen, zur Sprache.

Konkrete Projektideen konnten ausgetauscht und ein weiteres Miteinander vereinbar werden. Es war ein zielgerichtetes und produktives Treffen. Wir machen weiter!

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