Das wichtigste unabhängige Nachrichtenportal in Belarus wurde gesperrt

Sicherheitskräfte durchsuchten am Dienstag (18.5.) die Redaktionsräume und Wohnungen mehrerer Mitarbeiter des Nachrichtenportals. Mindestens 15 Journalist:innen und Redaktionsmitglieder wurden festgenommen, darunter Chefredakteurin Marina Solotowa. Offiziell wird ihnen Steuerhinterziehung vorgeworfen. Die Sperrung der Seite begründen die Behörden damit, dass diese "verbotene Inhalte" veröffentlicht habe.

Der Machtapparat hatte dem Portal bereits im Herbst 2020 seinen Medienstatus aberkannt und war gegen Redakteure vorgegangen. Die Mitarbeiter berichteten weiter über Menschenrechtsverstöße.

Die Andachtsgruppe der Berliner Gethsemanegemeinde stellte sich hinter die Journalist:innen von tut.by. Nur wenige Stunden nach Bekanntwerden der beispiellosen Razzien und Festnahmen in Minsk entstand dieses Foto in der Gethsemanekirche.

Das Motto dieser spontanen Aktion spielt auf den Namen des Nachrichtenportals an: “ja/my tut” (“ich bin/ wir sind hier”). Seit August 2020 wird in dieser Kirche jeden Dienstag Abend im Rahmen der täglichen politischen Gebete über die Situation in Belarus berichtet.

Bildquelle: Razam.de

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