Belarus: Hört den Schrei...

In seinem Brief schreibt Burkhard Homeyer unter anderem: ..."Hört den Schrei der Kinder von Tschernobyl" hieß es vor Jahren angesichts der Katastrophe von Tschernobyl, heute sind diese "unsere" Kinder, die wir auch in vielen Gemeinden unserer Kirche eingeladen haben, die jungen Leute, die gefoltert, verstümmelt oder gar getötet werden, und heute erschallt er angesichts der Gewalt des Regimes in Belarus erneut:

Hört den Schrei der jungen Leute, der geschlagenen, gedemütigten Menschen, der Rentnerinnen und Rentner in ihrem Demonstrationszug durch Minsk - stundenlang festgesetzt in Kälte und Regen, ohne Versorgung und Toiletten, der Behinderten unterwegs durch Minsk, der vergewaltigten jungen Frauen, der Arbeiter, Lehrer, Ärzte, denen der Arbeitsplatz genommen wurde..."

Die Aspekte-Sendung im ZDF vom 11.12.2020 berichtet unter anderem über den "Freien Chor" von Minsk und den Aktivisten Taras Siakerka, der in Berlin vor der "alternativen" Botschaft von Belarus demonstriert.

Mit einem ökumenischen Gebet im Berliner Dom riefen die Kirchen am 13.12.2020 zu Frieden und Gewaltlosigkeit in Belarus auf. "Uns beeindruckt der gewaltlose Einsatz der Menschen in Belarus für die Rechtsstaatlichkeit", erklärte die Auslandsbischöfin der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Petra Bosse-Huber. Der katholische Berliner Erzbischof Heiner Koch betonte, die Protestierenden in Belarus seien nicht allein. "Wir stehen zu euch", bekräftigte der Theologe: "Solidarität kennt keine Grenzen, Solidarität stärkt, Solidarität macht Mut." Das Ökumenische Gebet für Frieden und Gewaltlosigkeit in Belarus kann hier angeschaut werden.

Am 16.12.2020 hat das Europäische Parlament die belarussische Opposition mit dem Sacharow-Preis für Demokratie und Menschenrechte ausgezeichnet. Die EU-Volksvertretung würdigt damit den Einsatz der Gegner des autoritär regierenden Staatschefs Alexander Lukaschenko für einen friedlichen Machtwechsel.

Die aus ihrem Heimatland nach Litauen geflüchtete ehemalige Präsidentschaftskandidatin Swetlana Tichanowskaja war zu der Zeremonie nach Brüssel gereist.

Im Interview mit Tagesschau.de antwortete sie auf die Frage, welchen Appell sie an die EU richte: "Schauen Sie sich nur unsere Bürgerinnen und Bürger an und nehmen Sie sich ein Beispiel, wenn Sie Ihre Entscheidungen treffen; wenn Sie Ihre Statements über Belarus abgeben. Denken Sie nur an uns - nicht als Nation, sondern an jeden, der im Gefängnis sitzt, an all die, die leiden. Sie sind diejenigen, die dort Schmerzen erleiden. Und dieser Schmerz beeinflusst den Grad ihres Mutes..."

Bilderquellen:

Bild 1: Burkhard Homeyer präsentiert die Neuerscheinung „Der Tschernobyl-Weg“ (7.7.2017; Foto: Klare), https://hiltrup.eu/aktuelles/betroffen-nachdenklich-verbunden

Bild 2:  John Thys/AFP/Getty Images

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