Der Tschernobyl-Weg

Die Kinder von Tschernobyl – Kinder Europas

Die Kinder aus den von Tschernobyl betroffenen Gebieten waren keine Touristen, sondern betroffene Kinder und darüber hinaus Botschafter, die eine Volksdiplomatie verkörperten. Auf einer Seite Vertreter ihres Landes und auf der anderen Seite Vermittler europäischer Werte – Entdecker einer für uns Belarussen davor unbekannten Wirklichkeit.

Die Werte, auf die sich die Europäische Union gründet, sind die Achtung der Menschenwürde, Freiheit, Demokratie, Gleichheit, Rechtsstaatlichkeit und die Wahrung der Menschenrechte einschließlich der Rechte der Personen, die Minderheiten angehören. Diese Werte sind allen Mitgliedstaaten in einer Gesellschaft gemeinsam, die sich durch Pluralismus, Nichtdiskriminierung, Toleranz, Gerechtigkeit, Solidarität und die Gleichheit von Frauen und Männern auszeichnet.

Artikel 2 Vertrag über die Europäische Union (Fassung Lissabonner Vertrag)

Die freiwilligen Mitarbeiter erledigten alles selbst. Mit einem außerordentlichen Enthusiasmus. Sie alle wurden zu Volksdiplomaten, indem sie nicht nur die Erholung und Genesung der Kinder gewährleisteten, sondern auch die internationale Kommunikation auf höchstem Niveau.

Lew Kopelew schrieb 1992 in einem Brief an die belarussische Stiftung »Den Kindern von Tschernobyl«:

Aber damit, was Sie und Ihre Freunde im Ausland tun, tun Sie auch eine große internationale Sache, Sie verwirklichen die Volksdiplomatie, Sie stellen unmittelbare gute Beziehungen zwischen den Völkern her, zwischen den Menschen guten Willens.

Swetlana Alexijewitsch, belarussische Literatur-Nobelpreisträgerin 2015:

Ich denke, dass die Stiftung „Den Kindern von Tschernobyl“ die Kinder zweifach rettete: sie besorgte nicht nur die Behandlung, sondern eröffnete ihnen auch die Welt …

Die belarussische Stiftung »Den Kindern von Tschernobyl« und viele Tausende aktive Belarussen schafften trotz staatlicher Bedrückung ein beispielloses Programm zur Erholung der von Tschernobyl betroffenen Kinder. In Deutschland, in der Schweiz und vielen europäischen Ländern wurden über 600.000 belarussische Kinder mit großer Gastfreundschaft empfangen und ihnen erholsame Wochen bei Gasteltern ermöglicht.

Aus der Bewegung zur Rettung der Kinder entstanden zivilgesellschafliche Vereinigungen zur Beratung werdender Mütter, zur Teilnahme von behinderten Menschen an der Gesellschaft , zum Schutz von Frauen gegen Gewalt und Menschenhandel, zur Versorgung verarmter Rentnerinnen, zur Betreuung von jugendlichen Straftäterinnen, zur Integration von alten Menschen in die neuen Gemeinden nach der Umsiedlung aus den verstrahlten Gebieten, und viele Jugendforen, Festivals zu Kultur, zu Ökologie und zur Demokratieentwicklung.

Friedensfahrt 2011 der Kinder von Tschernobyl zum 25. Jahrestag der Katastrophe in Tschernobyl

Die Friedensfahrt führte von Minsk nach Genf, Zürich, Hannover, Lüneburg, Kamenz und Rottweil. Die Bilddokumentation finden Sie hier->

Tschernobyl-Charta*

In Solidarität mit den Menschen in den verstrahlten Gebieten von Tschernobyl,

  • voll Sorge um Gesundheit und Leben der Kinder,
  • aus Verantwortung für eine menschenwürdige Zukunft,
  • verbunden vor allem über die Belarussische Gemeinnützige Stiftung »Den Kinder von Tschernobyl« mit der belarussischen Bürgerbewegung,
  • vernetzt über regionale und nationale Netzwerke weltweit im Internationalen Rat »Für die Zukunft der Kinder von Tschernobyl«

leiten uns sieben gemeinsame Grundüberzeugungen: